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Stades Stadtgeschichte

1025 Jahre Stade auf einen Blick

Schon im 7. -10. Jahrhundert entwickelt sich an der Schwinge ein wichtiger Handelsplatz. So ist die einzige frühmittelalterliche Burg in Norddeutschland die sogenannte Schwedenschanze. Im 8. Jahrhundert gibt es in der Stadt schon einen Markt mit Schiffsanleger. Und seitdem die Harsefelder Grafen im 10. Jahrhundert auf dem Spiegelberg eine Burg errichten, entstand vor Ort ein Anziehungspunkt mit überregionaler Bedeutung.

Einem Überfall von Wikingern im Jahr 994 verdankt Stade den ersten schriftlichen Beleg für die Existenz der Stadt, die damals „Stethu“ genannt wurde. Die Geschichte Stades reicht also weit zurück. Die Hansezeit prägt die Stadt besonders, sie ist Stades Blütezeit, aber auch die schwedischen Besatzer hinterlassen charismatische Bauwerke, die heute in Form von Schwedenspeicher und Zeughaus noch sichtbar sind. Vielseitige Spuren der Geschichte prägen die heutige maritime Perle an der Schwinge mit vier Häfen und einem vielseitigen touristischen Angebot.

Stader Geschichte im Dutzend

Die Hansezeit

Blütezeit der Hansestadt Stade

Stade gehörte im Jahr 1267 zu den ersten Mitgliedern der noch weitgehend unorganisierten Hanse. Ihre Interessen waren stark auf Ausgleich mit den Handelspartnern Jütland und Flandern bedacht. Auch mit Dänemark wurde intensiv Handel getrieben. 1259 erhält Stade das Stapelrecht, 1272 das Münzrecht und 1279 legt die Stadt in den Stader Statuten die Regeln für das Zusammenleben in der Stadt und damit ihre eigene Verfassung fest.

Eine erste Hafenmole entstand bereits um das Jahr 1000 am Fuße des Spiegelberges – also dort, wo sich heute das Hafenbecken befindet. Schon Mitte des 13. Jahrhunderts wurde das feste Hafenbecken angelegt. Seit 1373 war Stade auf Hansetagen vertreten, die Stadt wuchs zu einer blühenden Handelsstadt heran. Sie war zwischenzeitlich bedeutender als Hamburg, eingebunden in europaweite Warenströme.

Im 14. Jahrhundert gehört Stade zu den Hansestädten von mittlerer Bedeutung. Haupthandelswaren sind Agrarprodukte aus Jütland und dem Niederelberaum sowie Tuche, Gewürze, Luxuswaren aus Flandern und Holland. Die Stadt treibt in dieser Zeit eine eigene Außenpolitik gegenüber dem Landesherrn, den Bremer Erzbischöfen, wie auch gegenüber der Hanse. Im 16. Jahrhundert zieht Hamburg den Elbhandel weitestgehend an sich.

Durch die Aufnahme der „Merchant Adventurers“, eine Vereinigung englischer Tuchhändler, versuchte die Stadt ab 1587 den Handel wieder anzukurbeln. Dies führte jedoch zu einem Streit mit der Hanse, so dass Stade 1601 verhanst wurde.  Aus der Hanse ausgeschlossen sinkt sie auf den Status einer kleinen Landstadt ab.

Das Museum Schwedenspeicher beherbergt in seinen Räumlichkeiten am historischen Hafen der Stadt neben wechselnden Ausstellung eine Dauerausstellung über die Hanse. Mit liebevoll errichteten Schaukästen und einer Sammlung von Fundstücken wird die Hanse anschaulich dargestellt und erlebbar gemacht.

Als bedeutender Teil der Stader Geschichte darf das Thema Hanse auch in den Themen- und Erlebnisführungen nicht fehlen. Unterwegs „Auf den Spuren der Hanse“ begegnet die Gruppe einigen Charakteren aus der Hansezeit und kann lauschen, was sie zu berichten haben. Die kulinarische Gästeführung „Butter bei die Fische“ beschäftigt sich mit den Lebensmitteln aus der Zeit der Hanse. Es ist erstaunlich wieviel der damaligen Esskultur auch heute noch eine Bedeutung hat.

Das jährliche Stader Hansemahl ist zurückzuführen auf die Seefahrt zu Hansezeiten. Die Stader Brüderschaften servieren bei dem öffentlichen Schmaus das traditionelle Seefahrergericht Labskaus. An Tischen und Bänken kommen die Gäste am historischen Hansehafen zusammen und lassen sich das herzhafte Mahl schmecken. Labskaus ist ein Püree, bestehend aus Rindfleisch, Kartoffeln und Roter Beete. Dazu wird traditionell saure Gurke und Matjes und Spiegelei serviert.

Die Schwedenzeit

Die Besatzung Stades

Während die Reformation in Stade weitestgehend friedlich verlief, machte der Dreißigjährige Krieg auch vor Stade nicht Halt. 1625 zogen dänische Truppen in die Stadt ein, drei Jahre später eroberte der berühmte Feldherr Graf Tilly die Stadt. 1632 gelang es den Schweden, Stade einzunehmen. Nach einer kurzen dänischen Besatzung gewannen sie 1643 erneut die Oberhand. Beim großen Stadtbrand im Jahr 1659 wurden mehr als zwei Drittel der Stadt zerstört! Die Straßenzüge blieben aber erhalten: unter den schwedischen Truppen begann der Wiederaufbau. Die Schweden prägten die Stadt auch durch ihre militärischen Bauten: das Zeughaus sowie das Provianthaus der Garnison, der heutige Schwedenspeicher. Die Schwedenzeit brachte für Stade auch regen Schiffsverkehr unter der neutralen Flagge Schwedens mit sich. Fast 200 Jahre lang besetzten verschiedenste Truppen die Stadt: Schweden und Dänen wechselten sich mit den Hannoveranern, Engländern, Franzosen und Preußen ab. Die Herrschaftsverhältnisse veränderten sich fortwährend. Unter schwedischer Herrschaft (1645-1712) wurde die Stadt Verwaltungszentrum und zur europäisch bedeutenden Festung ausgebaut. Die Belastungen durch die europäischen Kriege Schwedens schwächten die wirtschaftliche Kraft der Stadt jedoch nachhaltig. 1866 wurde Stade preußisch.

Der Umbruch

Noch bis ins 19. Jahrhundert wurde an der Schwingemündung Elbzoll erhoben, den die Schiffe bezahlten, um nicht beschossen zu werden. Nach der Annexion durch die Preußen begann die Endfestigung Stades: der Abriss von Befestigungsanlagen und der Ausbau der städtischen Infrastruktur. Am Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich verschiedenste Unternehmen rund um die Stader Altstadt an, auch Industrie und Gewerbe folgten. 1880 wurde daraufhin der neue Hafen gebaut und die Stadt 1881 ans Eisenbahnnetz angeschlossen. 1920 ging im wahrsten Wortsinn das Licht an, denn der Anschluss an die überregionale Stromversorgung erfolgte.

Zum Glück brachte der erste Weltkrieg für die Stadt nur wenig spürbare Folgen mit sich, auch aus Stade wurde 1914 ein Bataillon in den Krieg entsendet. 1934 baute man den Fliegerhorst – im zweiten Weltkrieg Stützpunkt der Luftkriegs. Die Menschen litten unter dem Krieg, die Stadt selbst wurde aber von Bombenangriffen weitestgehend verschont. Am 1. Mai 1945 zogen britische Truppen in Stade ein und befreiten die Stadt vom Regime der Nationalsozialisten.

Nachkriegszeit & Modernisierung

Stade nahm sein Schicksal in die Hand und wurde in den 1950er Jahren zu einem florierenden Tourismus- und Wirtschaftsstandort. Mit dem Hamburger Flugzeugbau auf dem Gebiet des Fliegerhorstes ist Stade seit 1958 Flugzeugindustriestandort.

Anfang der 1970er Jahre setzte ein erfreulicher Wirtschaftsaufschwung durch die Ansiedlung großer Betriebe, Kraftwerke und in der Folge Konzerne wie Airbus und Dow ein. Diese Entwicklung und verschiedene Fördergelder machten die umfangreiche und sensible Stadtsanierung möglich, von deren Schönheit Einwohner und Besucher gegenwärtig profitieren. Die Altstadt wird weitestgehend zur Fußgängerzone, viele alte Häuser werden saniert. Rund 460 Baudenkmale im Stader Stadtgebiet sind im Verzeichnis der Kulturdenkmale registriert. Bei Ausgrabungen im Hafenbecken im Jahr 1989 wurden in der Stadt spektakuläre Funde aus Stades 1000jähriger Geschichte gefunden.

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